Vogelschlag an Glasflächen

Glasbrücke mit Streifen zur Vermeidung von Vogelschlag (Umweltbundesamt, Ingen Houszgasse, 1090 Wien).
Glasbrücke mit Streifen zur Vermeidung von Vogelschlag (Umweltbundesamt, Ingen Houszgasse, 1090 Wien).

Ob durchsichtige Lärmschutzwand mit Blick auf die dahinter liegende Landschaft, zwei aneinander stoßende Fensterflächen, die freien Durchflug vortäuschen (z.B. in einem Wintergarten oder verglaste Verbindungsgänge) - Glasflächen können für Vögel zur tödlichen Falle werden.

Vögel können Glas nicht wahrnehmen, sie sehen entweder das Gelände dahinter oder bei Spiegelglas die gespiegelte Umgebung. Bei einem Anprall erleiden sie zumeist Schädel-Hirnverletzungen und sterben gleich oder bleiben benommen liegen und werden sehr oft von Katen oder anderen Tieren erbeutet.

Deshalb sollte man bereits bei der Planung neuer Gebäude und Lärmschutzwände diese Gefahrenquelle unbedingt vermeiden.

„Vogelsicheres" Glas ist mattiert, strukturiert oder durch Sandstrahlung gemustert. Besonders wirkungsvoll sind breite Streifen in möglichst geringem Abstand. Bei Versuchten wurden mit 13 mm breiten Streifen in 13 mm Abstand sehr gute Ergebnisse erzielt. Punktmuster und schmale Linien sind weniger geeignet. Wichtig ist ein starker Kontrast zum Hintergrund. Auf Spiegelglas sollte gänzlich verzichtet werden.

Die vielerorts in guter Absicht aufgeklebten Greifvogelsilhouetten sind leider wirkungslos! Sie werden nicht als mögliche Feinde wahrgenommen und bedecken einen viel zu kleinen Teil der Glasfläche.

Aufgeklebte Silhoutten von Greifvögeln an Glasscheiben sind leider nutzlos!
Aufgeklebte Silhouetten von Greifvögeln sind leider nutzlos!

Bestehende Gefahrenstellen entschärfen

Alles, was die Glasfläche sichtbarer macht, kann die Gefahr von Vogelschlag reduzieren. Es sollte aber auf jeden Fall über die gesamte Fläche verteilt sein

Gut bewährt haben sich Außenjalousien. Auch außen angebrachte Klebestreifen in möglichst geringem Abstand, Vorhänge, Jalousien, Fliegengitter, Perlenvorhänge, Bänder, Windspiele oder Dekorationen mit Fensterfarben können das Risiko vermindern. Wenn sich diese Strukturen allerdings innen befinden, bleibt außen immer noch die Gefahr der Spiegelung.

Ein simpler Tipp: Verzichten Sie an vogelschlag-gefährdeten Stellen aufs häufige Fensterputzen! Schon ein Grauschleier kann unter Umständen das Glas sichtbarer machen.

Was tun bei einem Scheibenopfer?

Wenn Sie einen benommenen Vogel finden, geben Sie ihn in eine mit Luftlöchern versehene, geschlossene Schachtel (nicht in einen Käfig!) und warte Sie ein bis zwei Stunden. Versuchen Sie nicht, ihm Nahrung oder Wasser in den Schnabel zu geben, er könnte daran ersticken! Oft erholt sich der Vogel von selbst wieder und kann an einer sicheren Stelle freigelassen werden. Ist das nicht der Fall, muss ein Tierarzt entscheiden, ob und wie zu helfen ist.

Textquelle: Broschüre „Vogelschlag an Glasflächen" von BirdLife Österreich - Gesellschaft für Vogelkunde, Wien (Hrsg., 2003) in Kooperation mit der Wiener Umweltanwaltschaft und dem Lebensministerium.

Letzte Änderung: 01.09.2011