Biodiversitätskonvention

Das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt wurde 1992 im Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (Brasilien) zur Signatur aufgelegt. Die Konvention trat im Jahr 1993 in Kraft.

 

Zentrale Anliegen dieses Übereinkommens sind:

  • der generelle Schutz der Biologischen Vielfalt (Gene, Arten, Ökosysteme) und
  • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie
  • die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile.

Die Konvention beschränkt sich weder auf eine spezielle Artengruppe noch auf eine bestimmte geographische Region. Es ist das erste Übereinkommen, dass sich global mit Natur- und Artenschutz beschäftigt und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung anstrebt. Dafür sind entsprechende soziale und politische Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, nationale Strategien für alle Bereiche auszuarbeiten. Die Staaten haben die biologische Vielfalt sowohl "in situ" (vor Ort in Schutzgebieten) als auch "ex situ" (in speziellen Einrichtungen, wie Tiergärten, Gen- und Samenbanken) zu schützen. Forschung und Ausbildung, Überwachung (Monitoring) sowie Bewusstseinsbildung sollen intensiviert werden.

Ein Vermittlungsmechanismus (Clearing-House-Mechanismus) zur Förderung der internationalen technischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit wurde eingerichtet. Dadurch soll weltweit der Zugang zu Informationen zum Thema Biodiversität und deren Austausch ermöglicht werden.

Österreich ist seit 1995 Vertragspartei.  

Strategischer Plan 2011 bis 2020

Der Strategische Plan 2011 bis 2020 definiert, wie der Verlust von biologischer Vielfalt bis 2020 reduziert bzw. gestoppt werden soll. Er beinhaltet die Vision „living in harmony with nature", eine Mission, fünf strategische sowie 20 Ziele.

Die Ökonomie der Natur, Biodiversität als Grundlage unserer Wirtschaft, rücken ins Zentrum. Biodiversität soll nicht länger isoliert vom Rest der Ökonomie gesehen werden. Der Strategische Plan ist der Rahmen für die Entwicklung nationaler und regionaler Ziele für den Schutz der Biodiversität. 

 Strategic Plan 2011-2020

Biodiversitätsstrategie der EU

Die EU-Kommission hat im Mai 2011 eine neue Strategie vorgelegt, um in den kommenden zehn Jahren den Zustand der Biodiversität in Europa zu schützen und zu verbessern. Diese Strategie umfasst sechs Ziele, die auf die Hauptursachen für den Biodiversitätsverlust eingehen und die die größten Belastungen für die Natur und die Ökosystemleistungen in der EU reduzieren, indem Biodiversitätsziele in wichtigen Politikbereichen verankert werden. Außerdem werden auch die globalen Aspekte des Biodiversitäts­verlusts berücksichtigt, wodurch sichergestellt wird, dass die EU weltweit zur Bekämpfung des Verlusts an biologischer Vielfalt beiträgt.

Biodiversity-Clearing House Mechanism (B-CHM)

Der B-CHM ist ein globales Informationsnetzwerk zum Thema Biodiversität, das seinen Ursprung im „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ nimmt. Österreich bietet zu diesem Thema ein nationales Internetportal mit umfangreichen Inhalten an.

 Informationsplattform zur biologischen Vielfalt (B-CHM)

Global Biodiversity Information Facility (GBIF)

Die internationale GBIF-Initiative stellt Daten zur weltweiten Artenvielfalt über das Internet zur Verfügung. Das österreichische GBIF-Datenportal macht ca. 3,5 Millionen Fundpunkte zu über 40.000 Tier- und Pflanzenarten abrufbar, die großteils in Österreich heimisch sind. 

 Global Biodiversity Information Facility Austria (GBIF-A)

Globale Strategie zur Erhaltung der Pflanzen

Zum Schutz der Pflanzenvielfalt Europas verabschiedeten die Vertragsstaaten der Biodiveristätskonferenz die "Global Strategy for Plant Conservation". In der Strategie werden aber auch die nachhaltige Nutzung, der Vorteilsausgleich und der Aufbau fachlicher Kapazitäten mit berücksichtigt.

 Global Strategy for Plant Conservation

Globale Taxonomie Initiative

Die Globale Taxonomie Initiative (GTI) ist ein wichtigen Beitrag, um taxonomische Wissenslücken zu schließen. Die Initiative soll zur Beantwortung von Fragen des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung genetischer Ressourcen beitragen.

 Global Taxonomy Initiative

Die Kampagne "vielfaltleben" in Österreich

Logo der Kampagne "vielfaltleben".

Umweltminister Berlakovich führt gemeinsam mit den drei größten Naturschutzorganisationen, Naturschutzbund, WWF und Birdlife den Startschuss  eine der größten Initiativen im Natur- und Artenschutz durch, die in Österreich jemals gesetzt wurden: Die  Kampagne "vielfaltleben".

Rio+20

Vom 4. bis 6. Juni 2012 wird in Rio de Janeiro die vierte grosse UNO-Konferenz zu Fragen der Nachhaltigkeit stattfinden. Diese Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung trägt die Bezeichnung  «Rio+20» .

Letzte Änderung: 08.11.2011