Das "Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensräume für Wat- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung" (Ramsar-Konvention) wurde 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnet.
Wesentliches Anliegen der Ramsar-Konvention ist die Förderung der Erhaltung von Feuchtgebieten. Der Schutz von Wasser- und Watvögel wurde mittlerweile auf den generellen Schutz von Feuchtgebieten ausgeweitet.

Der Weltfeuchtgebietstag wird jedes Jahr am 2. Februar gefeiert. Im Februar 1971 - vor fast 40 Jahren - wurde in der am Ufer des Kaspischen Meer gelegenen iranischen Stadt Ramsar die Konvention unterzeichnet.
Der Weltfeuchtgebietstag 2012 ist der Bedeutung des nachhaltigen Tourismus in Feuchtgebieten gewidmet: "Wetland Tourism: A Great Experience"
Wetlands and their wildlife are a key part of the global tourism experience: from visiting the underground karst wetlands in Slovenia’s Skocjan caves, to experiencing the breath-taking sunsets at the Port Launay Ramsar Site in the Seychelles, the world’s Ramsar Sites and other wetlands have much to offer the adventurous tourist.
Neben der Nennung von Feuchtgebieten für die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiete) sollen von den Vertragsparteien die internationale Zusammenarbeit, der Gedankenaustausch über Feuchtgebietsschutz und die wohlausgewogene Nutzung ("wise use") von Feuchtgebieten gefördert werden.
Die Ramsar-Konvention umfasst im Februar 2012 weltweit 160 Vertragsstaaten mit 1.994 Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung. Die Gesamtfläche aller international bedeutenden Feuchtgebiete beträgt rund 191 Millionen Hektar.
Österreich hat 20 Ramsar-Gebiete. Das 20ste Ramsar-Gebiet Autertal/St. Lorenzener Hochmoor (Kärnten) kam im September 2011 hinzu.
Die Gebiete für die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung werden nach ihrer ökologischen, botanischen, zoologischen, limnologischen und hydrologischen Bedeutung ausgewählt. Unter wohlausgewogener Nutzung von Feuchtgebieten ("wise use") ist ihre nachhaltige Nutzung "zum Wohle der Menschheit in einer mit dem Erhalt der Naturgüter des Ökosystems im Einklang stehenden Weise" zu verstehen.

Von 6.-13. Juli 2012 wird die 11. Konferenz der Vertragsparteien stattfinden (COP11). Gastland ist Rumänien, da die Konferenz in Bukarest veranstaltet wird.
Programmentwurf (Dezember 2011)
Resolution VI.23
Zu hydrologischen Funktionen von Feuchtgebieten, einschließlich Grundwasserbildung, Verbesserung der Wasserqualität und Minderung von Hochwasser sowie der untrennbaren Verbindung zwischen Wasserressourcen und Feuchtgebieten.
Resolution VII.11
Strategischer Rahmen und Rcihtlinien für die zukünftige Entwicklung der Liste von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung.
Resolution VII.18
Richtlinien zu Integration der Erhaltung von Feuchtgebieten und der "wohl ausgewogenen Nutzung " im Management von Flussgebieten.
Resolution VIII.1
Richtlinien zur Wassersicherung und zur Pflege und Erhaltung der ökologischen Funktionen von Feuchtgebieten.
Resolution VIII.17
Richtlinien zum allgemeinen Handeln in Moorgebieten.
Resolution VIII.34
Landwirtschaft, Feuchtgebiete und Wasserressourcenmanagement.
Resolution VIII.40
Grundwassernutzung und Erhaltung von Feuchtgebieten.
Resolution IX.1 Annex A
Ein konzeptioneller Rahmen zur wohl ausgewogenen Nutzung von Feuchtgebieten und zur Erhaltung ihres ökologischen Charakters.
Resolution IX.5
Synergien mit anderen internationalen Organisationen, die zur biologischen Vielfalt arbeiten; einschließlich der Zusammenarbeit bei und der Harmonisierung von nationalen Berichtsformaten zwischen den Konventionen und Vereinbarungen, die mit der biologischen Vielfalt verbunden sind.
Resolution IX.14
Feuchtgebiete und die Bekämpfung von Armut (Kampala/ Uganda 2005).
Resolution IX.21
Berücksichtigung kultureller Werte von Feuchtgebieten.
Nachfolgender Text ist ein Auszug aus dem Artikel von: Dorothea August (2007): Zur Geschichte und Entwicklung von Ramsar. Natur und Landschaft, 82. Jahrgang, Heft 11: 478-484.
Im Rahmen des Millennium Ecosystem Assessment wurde erstmals auf goblaler Ebene u.a. auch der Zustand von Feuchtgebieten analysiert. Dabei wurden auch ihre Dienstleistungen und Funktionen (Wasserversorgung, Klimaregulierung, Hochwasserschutz etc.) betrachtet. Diese tragen wesentlich zum menschlichen Wohlstand bei.
Gravierend war die Erkenntnis, dass die Zerstörung und der Verlust von Feuchtgebieten wesentlich schneller verlaufen, als bei anderen Ökosystemen. Die primären Verursacher von Zerstörung und Verlust sind Bevölkerungswachstum und zunehmende wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere durch die Übernutzung von Ressourcen, Landnutzungsänderungen und Wasserentnahme. Mittelfristig wird auch der Klimawandel den Verlust und die Degradierung von Feuchtgebieten sowie den Artenrückgang weiter verschärfen.
Die Erkenntnisse aus dieser globalen Analyse über die funktionelle Verbindung von Ökosystemen und Wohlstand sprechen direkt den Ramsar-Ansatz der "wohl ausgewogenen Nutzung" an.
Feuchtgebiete und ihre Dienstleistungen sollen demnach in der Form gesichert werden, dass der natürliche Wasserhaushalt mit seinen ökologisch bedingten Mindestwassermengen in Qualität und Quantität erhalten bleibt.
Links
The Ramsar Convention on Wetlands
Ramsar Sites Information Service
World Wetlands Day (2. Februar)
Feuchtgebietsinventar Österreich
Millennium Ecosystem Assessment
IISD Linkages Water, Oceans, Wetlands
Society of Wetland Scientists (SWS)
Downloads
Österreichische Feuchtgebietsstrategie - Ziele und Maßnahmen 2006-2010