A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
abiotisch: unbelebt; ohne Leben. abiotische Umwetlfaktoren: Wirkungen der unbelebten Natur (Klima, Boden, Relief etc.) auf die Organismen. Absenken: Vermehrungstechnik, bei der Seitenzweige oder bodennahe Triebe durch Bodenkontakt bewurzelt werden.
Abundanz: Artendichte einer Pflanzen- bzw. Tiergesellschaft (absolute Abundanz).
adult: erwachsen, geschlechtsreif.
allochthon: gebietsfremd; Gegenteil von autochthon.
Altarme: aus Haupt- und Nebenreinnen entstandene Stillgewässer der Bach-, Fluß- und Stromlandschaft, welche durch die Dynamik der Fließgewässer oder durch Regulierungen abgetrennt wurden. Altarme sind zumindest zeitweise mit Wasser gefüllt und unterliegen mit ihren Uferbereichen Verlandungs- und Sukzessionsprozessen.
Alternanz: im zwei- oder mehrjährlichen Rhythmus wechselnder Fruchtertrag von Obstgehölzen; obstbaulich negativer Wechsel zwischen Mast- und Rast-Jahren.
Altlauf (Altbett): Gerinne mit Altwasser; durch Verlagerung des Flussbettes entstanden.
Anlandung: Schwebstoff- und Geschiebeablagerung im Flussbett, in Nebenarmen oder Buchten (vgl. Verlandung).
Annuellenflur: Bestand aus überwiegend einjährigen Pflanzen.
annuelle Landwirtschaftsflächen: aus einjährig kultivierten Nutzpflanzen zusammengesetzte Agrarflächen.
anthropogen: vom Menschen verursacht.
aquatisch: das Wasser betreffend.
Art: Gesamtheit von Individuen, die sich auf natürliche Weise untereinander uneingeschränkt fortpflanzen und in allen typischen Merkmalen untereinander und mit ihren Nachkommen übereinstimmen.
astatische Gewässer: isolierte, in muldenartigen Geländeformen auftretende Lacken und Tümpel, die regelmäßig, z. T. über Jahre, trocken fallen.
Au (Aue, Auen): Talzonen, die innerhalb des Hochwasser-Einflussbereiches von Fliessgewässern liegen.
Augenveredelung: Veredelungstechnik, bei der Knospen (Augen) einer Edelsorte unter die Rinde von Unterlagspflanze eingepflanzt werden.
autochthon: am Fundort entstanden; bodenständig; ureinheimisch. Gegenteil von allochthon.
autotrophe Organismen: Organismen, die zu ihrer Ernährung keine organische Substanzen benötigen, sondern die Fähigkeit besitzen selbst aus anorganischen Stoffen organische aufzubauen. Gegensatz von heterotroph.
Avifauna: Vogelwelt.
azonale Vegetation: Pflanzenkombinationen, die in mehreren Zonen mit verschiedenen Allgemeinklima in ungefähr gleicher Form auftreten, weil sie von den gleichen extremen Bodenfaktoren geprägt werden. Sie sind aber allerdings nicht vom Allgemeinklima unabhängig und wandeln sich mit diesem, wenn auch weniger stark und offensichtlich als die zonalen Einheiten.
Bastard bzw. Hybride: "Mischling", Resultat der Kreuzung zweier Arten, in der Regel nicht fortpflanzungsfähig.
Benthos: Lebensgemeinschaft des Gewässerbodens.
Berner Konvention: Übereinkommen zur Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (eine Grundlage der FFH-Richtlinie).
Bidling: Bodenständige österreichische Primitivpflaumensorte.
Biodiversität: biologische Vielfalt; bezeichnet ganz allgemein die Vielfalt des Lebens und ist eine Funktion von Raum und Zeit.
Biogeografie: Lehre von der räumlichen Verteilung von Pflanzen und Tieren; Erforschung der Struktur von Arealen und Ökosystemen.
biogeografische Region: Österreich hat Anteil an folgenden Biogeografischen Regionen: alpine, kontinentale und pannonische Region.
Bioindikatoren: Bezeichnung für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, die auf bestimmte Umwelteinwirkungen besonders empfindlich reagieren. Ihr Auftreten oder Fehlen bzw. ihr Verhalten können Aufschlüsse über den Umweltzustand geben.
biologisches Gleichgewicht: Innerhalb eines bestimmten Zeitraumes konstanter Zustand des Ausgleichs zwischen den verschiedenen Lebensvorgängen in einem biologischen System (Wechselbeziehungen zwischen Systembestandteilen; Energie-Stoff- und Informationsflüssen).
biologische Ressourcen: schließt genetische Ressourcen, Organismen oder Teile davon, Populationen oder einen anderen biotischen Bestandteil von Ökosystemen ein, die einen tatsächlichen oder potentiellen Nutzen oder Wert für die Menschheit haben.
biologische Vielfalt: Die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören; dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme.
biologisches Gleichgewicht: Innerhalb eines bestimmten Zeitraumes konstanter Zustand des Ausgleichs zwischen den verschiedenen Lebensvorgängen in einem biologischen System (Wechselbeziehungen zwischen Systembestandteilen; Energie-Stoff- und Informationsflüssen).
Biomasse: das Gewicht der zu einer gegebenen Zeit vorhandenen Organismen in einem Ökosystem oder Teilen davon, bezogen auf Flächen- oder Raumeinheit. Die aus Pflanzen bestehende Biomasse heißt Phytomasse, die aus Tieren bestehende Zoomasse.
Biomonitoring: Durch Beobachtung von Organismen, die in einem bestimmten Raum leben, wird auf Belastungen des Lebensraumes geschlossen.
Biosphäre: Der vom Leben erfüllte Raum von Geo-, Hydro- und Atmosphäre; in funktioneller Hinsicht als Ökosphäre bezeichnet.
biotisch: belebt; Gegenteil von abiotisch.
Biotop: Lebensraum bestimmter Tier- und Pflanzengesellschaften; von einheitlicher, gegenüber anderen Biotopen abgrenzbarer Beschaffenheit (abiotischer Aufbau, Struktur).
Biotopvernetzung/ Biotopverbundsystem: Aufbau eines vernetzten Systems von Grünflächen, Freiräumen, Schutzgebieten, Bann- und Schonwäldern und sonstigen Regenerationsflächen zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt der Landschaft und ihres ökologischen Grundmusters.
Biozid: chemischer Stoff zum Töten von Organismen.
Biozönose: alle Lebewesen eines Ökosystems.
Bonner Konvention: Übereinkommen zum Schutz und zur Erhaltung aller wildlebenden wandernden Tierarten, deren Wanderwege regelmäßig über Staatsgrenzen hinweggehen. (Umsetzung im Wesentlichen durch FFH-Richtlinie.)
Brache/Brachland: landwirtschaftliches Kulturland, das länger nicht genutzt wird.
Chlorophyll: pflanzlicher Farbstoff, der in allen photosynthetisch aktiven Organismen enthalten ist und zur Aufgabe hat, die Sonnenlichtenergie aufzunehmen.
Choriotop: Teillebensraum. Natürliche Choriotope in Fließgewässern sind u.a. das Lithal (Steinsubstrat), Akal (Fein- bis Mittelkies), Psammal (Sand), Pelal (Schlamm), Xylal (Totholz) usw.
CITES: Convention on International Trade in Endangeres Species of Wild Fauna and Flora; siehe Washingtoner Artenschutzabkommen.
Demökologie: Wissenschaft von den Wechselwirkungen der Organismen innerhalb einer Population und zwischen dieser und ihrer Umwelt. (Populationsökologie)
Destruenten: Organismen, die die Fähigkeit besitzen, tote organische Stoffe abzubauen und zu mineralisieren. Überwiegend heterotrophe Bakterien und Pilze.
Diversität: quantitativer Ausdruck für strukturelle, räumliche und artenmäßige Vielfalt eines Ökosystems; Mannigfaltigkeit.
Domestizierte oder gezüchtete Arten: Arten, deren Evolutionsprozess der Mensch beeinflusst hat, um sie seinen Bedürfnissen anzupassen.
Dominanz: überwiegen eines Faktors, z.B einer Pflanzenart, gegenüber anderen.
Durchzügler: Bezeichnung für Vogelarten oder Vogelindividuen (Zugvögel), die in einem bestimmten Gebiet nur während ihrer jährlichen Wanderungen zwischen den Brut- und Überwinterungsgebieten ("am Durchzug") auftreten.
eingebürgert: ursprünglich fremde Art/Sippe, die sich auf Dauer eingenischt (ökologisch eingefügt) hat und damit zu einem Element der wildwachsenden Fauna/Flora geworden ist.
eingeschleppt: unabsichtlich eingebrachte Arten, durch unbeabsichtigten Transport mit Verkehrsmitteln (z.B. zusammen mit Saatgut von Kulturpflanzen), durch Importgüter, durch Vogelfutter, durch forstliche Maßnahmen usw.
emers: über der Wasseroberfläche lebend (z.B. Pflanzen); Gegenteil von submers.
Emission: die von einer Anlage (Fabrik, Heizung, Auto etc.) in die Atmosphäre gelangenden gasförmigen, flüssigen oder festen Stoffe; Geräusche, Erschütterungen usw.
endemisch: in einem bestimmten Gebiet vorkommend.
Endemiten: Arten, die nur in einem relativ eng begrenzten Gebiet einheimisch sind
Epiphyt: Eine Pflanze, die auf einer anderen wächst. Dabei dient die andere Pflanze aber nur als Unterlage, um über deren Höhe zu besserer Lichtverhältnisse zu gelangen.
Erosion: Bodenabtrag infolge Einwirkung von Wasser und Wind.
Europäische Landschaftskonvention: Ziel der Konvention ist die Weiterentwicklung der Landschaft. (Anmerkung: Österreich ist nicht Mitgliedsstaat).
eutroph: nährstoffreich, v.a. reich an Stickstoffverbindungen.
Eutrophierung: Anreicherung von Nährstoffen, insbesonders von Phosphor, die zu Veränderungen in einem Ökosystem oder Teilen davon führen.
Evolution: "Entwicklung" die Weiterentwicklung von Tier- und Pflanzenarten. Evolution erfolgt durch Mutation und Selektion.
extensive Nutzung: heute kaum noch übliche Bewirtschaftungsform ohne Einsatz chemischer und maschineller Hilfsmittel; arbeitsaufwendig, aber bodenschonend, die natürliche (d. h. aus heimischen Arten zusammengesetzte) Pflanzendecke bleibt weitgehend erhalten (Trockenwiesen, Streuwiesen). Gegensatz: Intensivnutzung.
extensive Nutzökosysteme: von Nutzpflanzen dominierte Lebensgemeinschaften mit insgesamt geringer Nutzungsintensität.
extrazonale Vegetation: durch lokale Bedingungen wird das Allgemeinklima abgewandelt, insbesondere durch das Relief. Auf Süd- und Westhängen stellen sich Pflanzengesellschaften ein, die mehr Wärme brauchen und mehr Trockenheit vertragen als die zonalen.
Familie: Gruppe von Gattungen, die miteinander verawndt sind. Begriff der Taxonomie über der Gattung.
Fauna: Gesamtheit der Tierarten eines Gebietes.
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie: Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) hat die Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der Habitate der Arten, sowie den Artenschutz zum Ziel.
Zur Errichtung dieses Zieles soll insbesondere ein "kohärentes ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete mit der Bezeichnung Natura 2000" geschaffen werden.
Feuchtbiotop: Vom Wasser geprägte Lebensraum von Tieren und Pflanzen, wie z. B. Moore, Auen, Uferzonen etc.
FFH-Richtlinie: siehe Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie
Fließgewässer: Ständig oder zeitweise fließendes, oberirdisches Gewässer.
Flora: Die Gesamtheit aller Pflanzenarten eines Gebietes.
Flur: Offene Landschaft außerhalb geschlossener Bebauung und forstlichen Nutzflächen (bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche, Brachland, sogen. Ödland).
Frühobst: Sammelbegriff für Obstsorten, deren Reifezeitpunkt deutlich vor der jeweiligen Haupternte liegt. Häufig auch gleichbedeutend für Obst mit Reifezeitpunkt im Sommer.
Fungizid: Chemischer Stoff, der pilzliche Krankheitserreger bekämpft.
Gattung: Gruppe verwandter Arten, Begriff der Taxonomie direkt über der Art und unter dem Begriff Familie.
genetische Ressource: Gen-Vorrat; genetisches Material von tatsächlichem oder potentiellem Wert.
Genotyp(us): die genetischen Eigenschaften eines Lebewesens; im Unterschied zu seinem Phänotyp(us), also seinem äußeren Erscheinungsbild; Eigenschaftswort:
geomorphologisch: Formen und Kräfte der Erdoberfläche.
Geophyt: mehrjährige krautige Sproßpflanzen mit unterirdischen Überdauerungsorganen (gleichzeitig Speicherorgane): z.B. Schneeglöckchen.
Geschiebe: die am Grund eines Fliessgewässer rollenden oder schiebend mitgeführten Steine, Kiese oder Sande mit einem Durchmesser >0,63 mm.
Gesetz des Minimums - (LIEBIG 1840): jener Faktor, der in der relativ geringsten Menge vorliegt, begrenzt das Wachstum.
Gletscher: Strom aus einer langsam bewegten Eismasse.
Grünbrache: Ackerbrache mit Vegetationsbedeckung; im Gegensatz zu einer Schwarzbrache.
Grundwasser: Wasser, das durch Versickerung von Niederschlägen aller Art und Versinkung oberirdischer Gewässer in die Gesteine eindringt und dort Hohlräume (Poren, Spalten usw.) zusammenhängend füllt.
Habitat: charakteristischer Wohn- bzw. Standort einer Art; siehe Biotop.
Halbkultur: Übergang zwischen Inkulturnahme und Nutzung von wildwachsenden Pflanzenbeständen (z. B. Schonung von Nutzpflanzen in ihren naturnahen Vorkommensbereichen).
Halbstammkultur: obstbauliche Anbauform auf, gegenüber Sämlingsunterlage schwächer wüchsigen Typenunterlagen. Die tief angesetzte Krone (Stammhöhe unter 1,5 m) erleichtert die Ernte.
Harte Au (Hartholzauen): Edelholzreiche Mischwälder im Überschwemmungsgebiet größerer Flüsse. Eichen-Eschen-Ulmenauwald (Querco-Ulmetum); in höheren Teilen als frische "Hainbuchenauen" oder trockene "Lindenauen"; auf tiefen, grundwassernahen Standorten Übergang zur Schwarzerlen-Eschenau (Pruno-Fraxinetum). Stammholz meist hart und schwer ("Harte Au"), bei den Hauptbaumarten ringporig.
Heister: junge, baumartig wachsende Gehölze, ohne gezogene Krone (= nicht aufgeastet).
Heißländen: Trockenstandorte der Au, Bilden sich auf Schotterbänken ohne Feinboden auf Grund der extremen Bedingungen.
Hemerobie: nach Kowarik (1988) ist die Hemerobie "ein Maß für den menschlichen Kultureinfluß auf Ökosysteme, wobei die Einschätzung des Hemerobiegrades nach dem Ausmaß der Wirkungen derjenigen anthropogenen Einflüsse vorgenommen wird, die der Entwicklung des Systems zu einem Endzustand entgegenstehen."
Herbizid: chemischer Stoff, der "Unkraut" bekämpft.
herbivor: pflanzenfressend.
Herpetologie: Lurch- und Kriechtierkunde.
heterotrophe Organismen: Organismen, die in ihrer Ernährung auf Zufuhr von organischen Stoffen angewiesen sind (die meisten Bakterien, Pilze und Tiere).
Hintaus: Dorfperipherie; besonders in Anger- und Zeilendörfern, die neben den Hauszugängen von der Straße auch noch eine infrastrukturelle Erschließung der Hinterausgänge besitzen.
Hochgebirge: Gebirge mit mehr als 1.000 Meter Reliefenergie zum umgebenden Talraum, das sich über die rezente (gegenwärtige) Waldgrenze und in die Frostschuttstufe erhebt und das entweder eine rezente Verlgetscherung oder Erosionsformen einer ehemaligen Vergletscherung aufweist.
Hochstamm: baumartiges Gehölz mit deutlichem Stamm und deutlich gezogener Krone.
Hochstammkultur: obstbauliche Anbauform auf Sämlingsunterlage oder stark wüchsigen Typenunterlagen. Die Stammhöhe ist mindestens 1,5 m, in Sonderfällen bis 4 m.
Hochstauden: üppige, hochwüchsige, 80 - 120 cm hohe, ausdauernde, aber krautige Pflanzen mit oft dicken, saftigen Stengeln und breiten, weichen Blättern, die zeigen, dass ihre Träger mit Wasser und Nährstoffen nicht zu sparen brauchen.
Hutweide: Wiese, die nur als Weideland genutzt wird. Geringwertiges Weideland, besonders für Schafe.
Immissionen: feste, flüssige oder gasförmige verunreinigende Stoffe, Wärme, Geräusche, Erschütterungen u.a.m, die zu Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit oder für die Nachbarschaft führen können.
Insektizid: chemischer Stoff, der Insekten bekämpft.
Initialgesellschaft: Pflanzengesellschaften, die frisch aufgeschüttete Sedimente besiedeln, "Pioniergesellschaften".
Initialstandorte: vom Hochwasser neu geschaffene Schlamm-, Sand- oder Kiesflächen im Flussbett.
Integrierter Pflanzenschutz: Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnologischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird.
Intensivnutzung, intensiv: Gegenwärtig übliche Bewirtschaftungsweise mit (massiven) Einsatz chemischer und maschineller Hilfsmittel. Im Gegensatz zur Extensivnutzung oft bodenverdichtend, die natürliche Pflanzendecke wird weitgehend eliminiert bzw. deutlich artenärmer (z. B. gut gedüngte Fettwiesen). Auch die Bestoßung von Weiden mit hohem Viehbesatz fällt unter diesem Begriff.
Inversion: Temperaturumkehr; meist in Talbecken und Geländemulden.
Invertebraten: wirbellose Tiere (z.B. Spinnen und Käfer).
juvenil: jugendlich, noch nicht geschlechtsreif.
Kampfzone des Waldes: unter Kampfzone des Waldes ist die Zone zwischen der natürlichen Baumgrenze und der tatsächlichen Grenze des natürlichen Baumbewuchses zu verstehen.
Kare: Kare sind durch eiszeitliche Erosion entstandene Hohlformen in Gebirgshänge, bestehen aus steilen Rück- und Seitenwänden, einem flachen Karboden sowie den seitlich und talseits begrenzenden Karwällen.
Kernaufschlag: generative Vermehrung des Steinobstes durch herabgefallene Früchte, Zufallssämlinge.
Klima: der mindestens jährliche Ablauf der Witterung eines Gebietes.
Kolk: strömungsbedingte Vertiefung im Flußbett, das sich in der Regel unterhalb natürlicher oder künstlicher Hindernisse im Gewässerbett bildend. Und häufig als bevorzugter Einstand von Fischen genutzt wird.
Kommassierung: Flurbereinigung, Grundstückszusammenlegung.
Konsumenten: die Gesamtheit der tierischen Organismen, die sich von vorgebildeten organischen Stoffen ernähren: die Primär-Konsumenten von pflanzlicher Biomasse, die Sekundär-Konsumenten von tierischem Material.
kontinentale Art: Art mit schwerpunktmäßigem Vorkommen in kontinentalen Klimagebieten.
kontinentales Klima: Klima mit geringen Niederschlägen und größeren Temperaturunterschieden.
Kultivar: genetisch eigenständige Kulturpflanze.
Kulturlandschaft: Landschaft, die vom Menschen beeinflusst wird.
Landschaft: Charakter eines Teilraums der Erdoberfläche.
Landschaftspflege: mit dem Naturschutz Teilgebiet der Landespflege. Landschaftspflege umfasst Bewertung und Entwicklung der Landschaft insgesamt; nutzungsbezogen oder auf Erholungswirkung ausgerichtet. Teilaufgaben sind Stabilisierung und Strukturierung der Kulturlandschaft, Integration des Naturschutzes in die Landnutzung, aber auch "geordnete Nutzungsaufgabe".
Landschaftsökologie: Die Landschaftsökologie beschäftigt sich sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch maßnahmenorientiert mit dem komplexen Wirkungsgefüge zwischen den Lebensgemeinschaften (Biozönosen) und ihren Umweltbedingungen.
Landschaftsschutz: Maßnahmen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Pflege der natürlichen und kulturellen Eigenart von Landschaften und Landschaftsbestandteilen.
Landschaftsschutzgebiet: Gebiete, die sich durch besondere landschaftliche Schönheit oder Eigenart auszeichnen, die für die Erholung der Bevölkerung oder für den Tourismus besondere Bedeutung haben oder die historisch bedeutsame Landschaftsteile umfassen.
Lebensraum: der von einer Art oder einer Lebensgemeinschaft bewohnte Raum.
Leitarten: Arten, die in einem oder wenigen Landschaftstypen signifikant höherer Stetigkeiten und in der Regel auch wesentlich höhere Siedlungsdichten erreichen, als in allen anderen Landschaftstypen. Leitarten finden in den von ihnen bevorzugten Landschaftstypen die nötigen Habitatstrukturen und Requsiten wesentlich häufiger und vor allem regelmäßiger vor als in allen anderen Landschaftstypen.
LIFE: ausschließlich für Natur- und Umweltschutzprojekte geschaffenes Finanzierungsinstrument der Europäischen Union. LIFE Natur: für Naturschutzmaßnahmen in Natura-2000-Gebieten.
Limikole, Limikolen: Wat- und/oder Schnepfenvögel; eine Art- bzw. Sammelbezeichnung für die Arten der Regenpfeifer und Schnepfen, wobei im deutschen Sprachgebrauch in der Regel auch die Austernfischer, Säbelschnäbler und Triele gemeint sind.
Limnologie: Binnengewässerkunde; Lehre von den stehenden und fliessenden Oberflächen- und Grundwässern auf dem Festland, ihrem Stoffhaushalt und ihren Lebensgemeinschaften.
Magerwiesen: Niederwüchsige, lückige Rasen auf flachgründigen, nährstoffarmen, trocken-heißen Standorten.
Mäander: Flussschlingen, die durch die Fließdynamik vor allem im Unterlauf von Flüssen und Strömen sowie bei Bächen mit geringem Gefälle entstehen und sich vollständig verlagern können.
mesotroph: Gewässer deren Ausmaß der pflanzlichen Produktion im Übergangsbereich von der oligotrophen zur eutrophen Stufe liegt.
Monitoring: eine in einer Zeitreihe standardisiert, wiederholte bzw. wiederholbare Erfassung von Parametern in einem klar umgrenzten Gebiet mit gleich bleibender Methodik.
Monokultur: Anpflanzung einer einzigen Pflanzenart auf großen Flächen. Solche einartigen Pflanzenbestände sind ökologisch weniger stabil als Mischbestände.
Moore: Feuchtlebensräume, deren Vegetation Torf bildet (einschließliche der Torfschicht, unabhängig davon, wie dick diese ist).
Mykorrhiza: Zusammenleben von Pilzen und den Wurzeln höherer Pflanzen; eine besondere Form der Symbiose.
nachhaltige Nutzung: die Nutzung in einer Weise und in einem Ausmaß, die nicht zum langfristigen Rückgang der biologischen Vielfalt führen, wodurch ihr Portential erhalten bleibt, die Bedürfnisse und Wünsche heutiger und künftiger Generationen zu erfüllen.
Nahrungskette: durch Ernährung bedingte stufen- oder kettenartige Abhängigkeitsfolge: grüne Pflanze (Produzent) Pflanzenfresser (Primärkonsument) Fleischfresser verschiedenen Grades (Sekundärkonsumenten). Ordnet man die Biomasse jeder Stufe der Nahrungskette einer Lebensgemeinschaft übereinander an, so ergibt sich meist eine Pyramidenform mit den Produzenten als breite Basis.
Nationalpark: Nationalparks schützen einmalige Naturlandschaften. Das Ökosystem muss gemäß IUCN - Richtlinie unversehrt bleiben, Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote müssen umwelt- und kulturverträglich sein, menschliche Nutzung ist weitgehend ausgeschlossen.
Natura 2000: Europäisches Schutzgebietsnetz zur Erhaltung bedrohter Tier- und Pflanzenarten und zum Schutz wichtiger Lebensräume auf Basis der Vogelschutz-Richtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union.
Naturdenkmal: Naturgebilde, die wegen ihrer Eigenart, Schönheit, Seltenheit, wegen ihres besonderen Gepräges, das sie der Landschaft verleihen, oder wegen ihrer besonderen wissenschaftlichen oder kulturellen Bedeutung erhaltenswürdig sind, oder
- kleinräumige Gebiete, die für den Lebenshaushalt der Natur, das Kleinklima oder als Lebensraum bestimmter Tier- und Pflanzenarten besondere Bedeutung haben (Kleinbiotope).
Naturlandschaft: ein Teil der Landschaft, in denen jegliche Beeinflussung durch den Menschen fehlt. Landschaft, die sich frei von menschlicher Beeinflussung entwickelt hat.
Naturpark: Teil eines Landschaftsschutzgebietes, deren Landschaftsraum sich sehr gut zur Erholung und zur Bewusstseinsbildung eignet.
Naturraumpotentiale: Siehe Naturressourcen.
Naturressourcen: sind das Leistungsvermögen eines Naturraumes, hinsichtlich der Anforderungen, die sich unter dem Gesichtspunkte der Erhaltung des Gleichgewichtes des gesamten Ökosystems aus den unterschiedlichen Bedürfnissen und Nutzungszielen der Gesellschaft ergeben. Wesentliche natürliche Ressourcen sind Boden, Wasser, Luft, Flora und Fauna, Energieträger und der Mensch selbst.
Naturschutz: Gesamtheit der Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung von Flora und Fauna, ihrer Lebensgemeinschaften und Lebensgrundlagen sowie zur Sicherung bzw. Entwicklung von Landschaften, Landschaftsteilen bzw. landschaftlichen Strukturelementen unter Berücksichtigung des o.a. Zieles.
Naturschutzgebiete: Gebiete, die sich durch völlige oder weitgehende Ursprünglichkeit auszeichnen, die seltene oder gefährdete Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen aufweisen oder in denen seltene oder wissenschaftlich interessante Mineralien, Fossilien oder Karsterscheinungen vorkommen.
Naturverjüngung: aus Samen der Altbäume entstehen Jungbäume, natürliche Verjüngung.
Neobioten: Sammelbegriff für Neomyzeten, Neophyten und Neozoen (Fremde, nicht heimische Tier- und Pflanzenarten).
Neomyzeten: Pilzarten, die selbständig in ein neues Gebiet eingewandert oder durch den Menschen dorthin verbracht worden sind.
Neophyten: Pflanzenarten, die sich entweder von selbst aus einem anderen Raum ausgebreitet haben und Neuland besiedelten oder mit Hilfe des Menschen dorthin gelangten.
Neozoen: Tierarten, die selbständig in ein neues Gebiet eingewandert oder durch den Menschen dorthin verbracht worden sind.
NGO: Non-Goverment-Organisation (Nicht-staatliche Organisation).
Niederstammobst: Anbauform bei der der Kronenansatz sehr bodennahe erfolgt. Meist in Kombination mit einer schwach wachsenden Unterlagspflanze.
Ödland: Flächen, die aus naturbedingten und/oder strukturellen - Gründen derzeit landwirtschaftlich ungenutzt sind.
Ökologie: Wissenschaft von der Beziehung des Organismus zur umgebenden Außenwelt. Wozu im weitesten Sinn alle Existenzbedingungen gerechnet werden können (nach: E. Haekl).
Ökoton: Grenzlinie bzw. Übergangsbereich zwischen Teilökosystemen, z.B. Waldränder, Hecken, Bachufer
Ökosystem: Beziehungsgefüge zwischen Lebensstätte (Biotop) und Lebensgemeinschaft; gekennzeichnet durch innere und äußere Wechselwirkungen; in gewissem Ausmaß auch zur Selbstregulation fähig.
oligotroph: Gewässser mit niedriger pflanzlicher Produktion. Der Grund für das geringe Pflanzenaufkommen kann einerseits ein geringer Nährstoffgehalt sein (Mangelstoff ist in erster Linie Phosphor), andererseits können auch toxische Hemmungen wirksam sein.
ÖPUL 2000: ÖPUL - Österreichisches Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft.
Ornithologie: Vogelkunde, Teilgebiet der Zoologie.
paläarktische Region: Tiergeographische Subregion der Holarktis (Paläarktisch & Nordamerika), die die nicht-tropischen Teile Asiens, Europas (einschließlich Island, Spitzbergen, die Neusibirischen Inseln, Korea und Japan) sowie Nordafrika bis zum Südrand der Sahara umfasst.
Paneuropäische Strategie: Strategie des Europarates und des UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen).zur Bewahrung der biologischen Vielfalt und der Vielfalt der Landschaften.
Persistenz: Fähigkeit zum Überdauern von Phasen geringer Lebensgunst.
Pestizid: chemischer Stoff zum Töten bestimmte Tiergruppen, der zur Bekämpfung von diesen eingesetzt wird.,
Pflanzengesellschaften: typische, unter natürlichen Bedingungen stabile Gemeinschaften von unterschiedlichen Pflanzenarten.
Phänologie: Lehre von der jahreszeitlichen Abfolge von Zuständen der belebten Welt (z. B. Zeitpunkt der Obstblüte).
phänologische Ähnlichkeit: Ähnlichkeit im Auftreten charakteristischer Entwicklungsphasen (z. B. zum Zeitpunkt des Laubfalles).
Photosynthese: chemischer Vorgang der grünen Pflanzen, bei dem aus Wasser und Kohlenstoffdioxid mit Hilfe von Licht (Sonnenlicht) und Blattfarbstoffen (Chlorophyll) Kohlenhydrate und Sauerstoff hergestellt werden.
Phytophag: Organismen, die sich von Pflanzen ernähren.
Phytosanitär: die Pflanzengesundheit betreffend.
Plankton: Lebensform der Organismen, die sich schwebend oder schwimmend im freien Wasser halten und deren Eigenbewegung nicht ausreicht sie von der Wasserbewegung unabhängig zu machen.
Pionierpflanzen: Pflanzenarten, die vegetationsfreie oder -feindliche Standorte (wie z.B. trockenfallende Kiesbänke, Salzböden usw.) besiederln und für nachfolgende, anspruchsvollere Arten aufbereiten.
Polykormbildung: Fähigkeit mancher Baumarten aus dem Wurzelbereich Aussschlaggehölze hervorzubringen (siehe auch Wurzelbrut). Die daraus resultierenden Gehölzgruppen sind genetisch ident und fungieren trotz Vielstämmigkeit als einziges Individuum.
Population: Gruppe von Individuen, die der gleichen taxonomischen Einheit angehören und sowohl im gleichen Raum wie zum selben Zeitpunkt zusammen vorkommen; auch Fortpflanzungsgemeinschaft (genetischer Aspekt).
postglazial: nacheiszeitlich
potenzielle natürliche Vegetation: Pflanzengesellschaften (i. d. R. eine Waldgesellschaft), die sich auf einem Standort - im ökologischen Gleichgewicht mit dem Standort - bei gedachter Beendigung des menschlichen Einflusses "schlagartig", also nicht infolge von Klimaschwankungen oder sonstigen langfristigen Standortänderungen, einstellen würde.
prioritäre Art / prioritärer Lebensraum: es sind dies auf dem Gebiet der EU-Mitgliedstaaten vom Verschwinden bedrohte Lebensräume oder Arten, für die der Gemeinschaft besondere Verantwortung zukommt.
Produzenten: Pflanzen, die mittels Sonnenenergie oder chemischer Energie aus anorganischen Stoffen organische Substanzen aufbauen (Phytomasse).
Ramsar-Konvention: internationales Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten (1971).
Reifezeiger: Zeigerart für hohes Entwicklungsalter (Reife) einer Pflanzengesellschaft.
Reiserveredelung: Veredelungstechnik, bei der Triebstücke (Reiser) einer Edelsorte auf eine Unterlagspflanze aufgesetzt werden.
Rekultivierung: die Wiederherstellung der Vegetation, wenn notwendig unter Ausbildung eines geeigneten Reliefs, auf Halden, Kippen, Deponien, in Kiesgruben, Steinbrüchen und Tagebaugebieten.
Renaturierung: Wiederherstellung eines naturnahen Zustandes.
Reproduktion: Fortpflanzung.
Rote Listen: Auflistung der ausgestorbenen, verschollenen oder als gefährdet angesehenen Pflanzen- und Tierarten nach überprüfbaren Kriterien, bezogen auf einen zeitlichen Ausgangszustand.
Ressourcen: Rohstoffe.
Ruderalflächen: meist ungenutzte Ecken und Baulücken, offene Gruben und Mistplätze etc.
Schattbäume: Bäume, die Schatten spenden.
Schattenbäume: Bäume, die im Schatten stehen.
selektive Biotopkartierung: systematische, biologisch-ökologische Inventarisierung von ausgewählten Biotopen in einem begrenzten Kartierungsgebiet sowie eine Bewertung ihrer Funktion und ihres Zustandes.
Sorte: Feingliederung innerhalb der Kulturpflanzensystematik. Pflanzenindividuen einer Sorte haben sehr ähnliche Frucht-, Wuchs-, Standort- und Blüheigenschaften.
Spalierzucht: Anbauform, bei der der Baumschnitt so erfolgt, dass sämtliche Triebe in einer Ebene zu liegen kommen. Spalierbäume können daher gut an Spanndrähten oder an Gerüsten gezogen werden (Hausmauer-Spaliere).
Spindelkulturen: Anbauform, bei der die Edelsorte auf einer schwach wachsenden Unterlage mit einem senkrechten Hauptast gezogen wird. Dadurch sind Spindelbäume zur Dichtpflanzung geeignet.
Standort: den Lebensansprüchen bestimmter Pflanzen und Tiere genügender Lebensraum; beinhaltet alle auf das Lebewesen einwirkenden Umweltfaktoren, wie z. B. Boden, Klima, Nahrung und Nährstoffhaushalt (vgl. Biotop).
Startin: altes Hohlmaß für Most und Wein in der Steiermark und in Kärnten; 1 Startin entspricht 525 Liter.
Stecklingsvermehrung: Vermehrungstechnik, bei der ein Triebstück bewurzelt wird.
Streuobstbau: extensiver Obstbau im Komplex mit anderen landwirtschaftlichen Nutzungen. Die zwischen die Obstbäume eingestreuten Offenflächen (Wiesen, Weidegrünland, Äcker) ergeben zusammen mit den großen Standweiten der Obstbäume eine parkartige landschaftliche Struktur, in der hochstämmige Baumindividuen "eingestreut" sind.
Streuobstwiese: locker mit (Alt-)Obstbäumen bestandene Wiesen. Charakteristisch ist, dass verschiedene Arten und Sorten von Wirtschaftsobst gezogen werden.
subendemisch: über ein bestimmtes Gebiet hinaus vorkommend.
submers: unter der Wasseroberfläche lebend (z.B. Pflanzen); Gegenteil von emers.
Sukzession: Entwicklung einer Lebensgemeinschaft im Laufe der Zeit, hervorgerufen durch innere und äußere (natürliche und künstliche) Einflüsse.
Symbiose: Vereinigung von Lebewesen verschiedener Art, die zum beidseitigen Vorteil miteinander in Wechselbeziehungen stehen.
Synökologie: Wissenschaft von den inter- und intraspezifischen Wechselbeziehungen zwischen den in einer Biozönose zusammenlebenden Arten untereinander und mit ihrer Umwelt.
Tafelobst: qualitatives Edelobst zum Direktverzehr.
taxonomische Ähnlichkeit: Ähnlichkeit aufgrund der Nähe innerhalb der Pflanzen/Tiersystematik.
Time-lag: darunter versteht man die meist mehrere Jahrzehnte umfassende Zeitverzögerung zwischen erstmaligem Auftreten und vollständiger Etablierung von Organismen in einem Gebiet.
Trockenbiotop: stark besonnte, trocken-heiße Hänge, Schotterflächen, Sandflächen sowie Heißländen der Augebiete; lückige Vegetation.
Tracht: Nahrungsangebot der Honigbiene.
Typenunterlage: aus vegetativer Vermehrung (Stecklinge, Absenker, Rißlinge) hervorgegangenes Trägergehölz für Edelobstsorten (s. a. Unterlage) aus geprüften (typisierten) Herkünften.
Umwelt: die gesamte belebte und unbelebte, materielle und immaterielle Umgebung von Organismen und ihren Gemeinschaften.
Umweltschutz: der Umweltschutz umfasst alle Maßnahmen, die zur Vermeidung und zur Beseitigung von Belastungen sowie Schäden der natürlichen Umwelt dienen.
Unterlage: Trägergehölz für Edelobstsorten, das aufgrund spezifischer Eigenschaften (Winterhärte, Bodenunempfindlichkeit, Wüchsigkeit etc.) ausgewählt wird. Die Notwendigkeit der Kombination Unterlage/Edelsorte ergibt sich aus z. T. schlechten Bewurzelungs- und Wuchseigenschaften von Edelobst.
ureinheimisch: zur ursprünglichen, natürlichen noch nicht anthropogen beeinflussten Flora/Fauna gehörend.
Vegetation: Gesamtheit der Pflanzen bzw. der Pflanzengesellschaften eines Gebietes.
Vegetationsgesellschaften: typische, unter natürlichen Bedingungen stabile Pflanzengemeinschaften.
vegetative Vermehrung: ungeschlechtliche Vermehrung. Bei Pflanzen Vermehrung durch Teilung, Stecklinge, Wurzeltriebe etc.
Verinselung: Isolierung von Teilbiotopen durch Barrieren (z. B. Ackerflächen, Verkehrswege).
Verlandung: Auffüllung von Gerinnen (Altwässer) durch Ablagerung von Schwebstoffen und Geschiebe sowie durch biogene Vorgänge (Anreicherung abgestorbenen organsichen Materials, meist im Zuge der Vegetationsentwicklung); auch Grundwasserabsenkungen können zur Verlandung von Altwässern führen.
Verlizitieren: Vergabe von Nutzungsrechten (Ernterechten) bei Obstgehölzen, häufig bei Straßen-Obstbäumen.
Vogelschutz-Richtlinie: die Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie des Rates 79/409/EWG vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten) hat den Schutz aller heimischen und wildlebenden Vogelarten auf dem Gebiet der Europäischen Union, zum Ziel. Die Erhaltung bzw. Wiederherstellung einer ausreichenden Vielfalt, Populationsgröße und Flächengröße ihrer Lebensräume ist zentrales Element der Vogelschutzrichtlinie. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, für besonders seltene und gefährdete Lebensräume (Important Bird Areas) besondere Schutzgebiete - Special Protected Areas (SPA´s) auszuweisen.
Wald: (1) mit Holzgewächsen bestockte Grundflächen, soweit die Bestockung mindestens eine Fläche von 1000m² und eine durchschnittliche Breite von 10m erreicht.
(2) Grundflächen, deren forstlicher Bewuchs infolge Nutzung oder aus sonstigem Anlass vorübergehend vermindert oder beseitigt ist.
(3) dauernd unbestockte Grundflächen, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Wald stehen und dessen Bewirtschaftung dienen (wie forstliche Bringungsanlagen, Holzlagerplätze, Waldschneisen).
Walfang Konvention: Ziel der Konvention ist es , die "Überfischung" der Wale zu verhindern und überlebensfähige Populationen zu sichern.
Watvögel: siehe Limikolen.
Weichholzau: Zone im Überschwemmungsgebiet von Flüssen, die regelmäßig und langfristig überflutet wird. Typische Baumart der Weichholzau ist die Silberweide.
Weiler: Siedlungen mit 4 bis 5 Gehöften.
Weltkultur- und Naturerbe: Ziel des Übereinkommens zum Schutz des Weltkultur- und Naturerbes ist die Erfassung und Erhaltung des Kultur- und Naturerbes für künftige Generationen.
wirtschaftliche Lebensdauer: bei Obstgehölzen Zeitraum von der Pflanzung bis zu dem Zeitpunkt, bei dem sich Erhaltungs- und Pflegeaufwand mit den Erträgen ausgleichen.
Wildgehölze: Gehölze, deren Eigenschaften und Erscheinungsformen nicht direkt durch den Menschen beeinflusst wurden.
Wurzelbrut: Fähigkeit von Gehölzen im gestressten Zustand aus den Hauptwurzeln Triebe zu entwickeln, die oberirdisch eine selbständige, vom Mutterbaum unabhängige Krone aufbauen.
Zeigerpflanzen: Pflanzen, die auf Grund ihrer besonderen Standortsansprüche im Einflussbereich bestimmter, lokal vorherrschender Umweltfaktoren auftreten oder sogar dominieren; zum Beispiel Stickstoff- und Feuchtezeiger, Licht- und Schattenpflanzen etc.
zonale Vegetation: je nach den Klima- und Bodenbedingungen ist das Endstadium der natürlichen Vegetationsentwicklung verschieden. Auf Böden, die weder vom Grundwasser überschwemmt werden und auch sonst keine extremen Eigenschaften (z.B. primäre Nährstoffarmut) zeigen, wird die Pflanzendecke zu einem Ausdruck des Allgemeinklimas, das in der betreffenden Gegend oder Zone herrscht. Man spricht daher von zonalen Gesellschaften oder klimatischen Klimaxgesellschaften.