Insgesamt 84.441 Biotope wurden in den vergangenen 15 Jahren im ganzen Land Salzburg erhoben, kartographisch verzeichnet sowie ihr Struktur- und Arteninventar beschrieben. Aktuell existieren davon noch 84.256 Biotope. Die Gesamtfläche aller Biotope zusammen beträgt 2.595,1 Quadratkilometer, 36,3 Prozent der Landesfläche von 7.154,5 Quadratkilometern. In diesem doch recht hohen Prozentsatz spiegelt sich wider, dass Salzburg ein Gebirgsland ist, da vor allem in den Hochlagen noch viele natürliche und naturnahe Lebensräume vorhanden sind. Dieses Resümee über den Abschluss der Biotopkartierung im Land Salzburg zieht Dipl.-Ing. Günther Nowotny von der Naturschutzabteilung des Landes in der jüngsten Ausgabe der Naturschutz-Informationsschrift des Landes "NaturLand Salzburg".
Bei der Gesamtfläche der Biotope des Flachgaus (11.912 Biotope, 12,1 Prozent der Fläche) sind die großen Vorlandseen zu berücksichtigen. Andererseits gibt es mehrere Gemeinden mit einer Biotopausstattung von deutlich unter zehn Prozent.
Das relativ gute Ergebnis für die Stadt mit 1.210 Biotopen (18 Prozent) beruht auf den großen Grünbereichen der Stadtberge inklusive der Abhänge des Gaisberges und dem Grüngürtel im Süden der Stadt (z.B. Leopoldskroner Moos). Auch die großen Alleen, Baumreihen und Parkanlagen wirken sich positiv aus.
In den Gebirgsgauen ist vor allem von der hochmontanen bis zur nivalen Stufe eine gute Ausstattung mit Lebensräumen gegeben, was sich naturgemäß im Pinzgau (38.067 Biotope, 46 Prozent) mit den höchsten Erhebungen im Nationalpark Hohe Tauern besonders stark auswirkt. Im Pongau wurden 16.193 Biotope (33,8 Prozent), im Lungau 8.842 (38,5 Prozent) und im Tennengau 8.217 Biotope (38,8 Prozent) kartiert.
Fasst man die Biotoptypen zu thematischen Gruppen zusammen, ergibt sich bei der Auswertung nach der Anzahl der Biotope und nach deren Fläche ein unterschiedliches Bild: Zahlenmäßig haben die an das Wasser gebundenen Lebensräume (fließende und stehende Gewässer, Quellen, Moore, Sümpfe und andere Feuchtlebensräume) sowie die Wälder und Gehölze, zu denen auch Hecken, Feldgehölze und Streuobstwiesen zählen, große Anteile. In Bezug auf die von diesen Biotopen eingenommenen Flächen relativiert sich jedoch diese Dominanz. Hingegen handelt es sich bei den Biotopen des alpinen Ödlandes zu einem Großteil um großflächige Lebensräume.
Der jeweils sehr kleine Anteil der Lebensraumtypen der Kulturlandschaft, zu denen beispielsweise Mager- und Halbtrockenstandorte oder der früher häufigste Wirtschaftswiesentyp Glatthaferwiese zählen, verdeutlicht, dass diese extensiv genutzten Biotop-flächen heute zu den am meisten gefährdeten Biotopen zählen. (Weitere Details auf
www.salzburg.gv.at/naturschutz )
Eines der größten Naturschutzprojekte der vergangenen Jahre
Die Biotopkartierung war eines der größten Naturschutzprojekte der vergangenen Jahre. Auslöser für das Projekt war die Tatsache, dass in den 1970er und 1980er Jahren ein stetiges Anwachsen der Roten Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten registriert wurde. Gleichzeitig setzte sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Artenschutz ohne Schutz der Lebensräume auf Dauer nicht erfolgreich sein kann. Dazu kam ein relativ geringer Wissensstand über die tatsächliche Biotopausstattung des Landes. Anfang der 90er Jahre wurden das Konzept erstellt und mit den Arbeiten begonnen.
Einen Meilenstein stellte die gesetzliche Verankerung des Biotopschutzes und damit auch der Biotopkartierung in der Novelle zum Salzburger Naturschutzgesetz 1992 dar. Mit den Erhebungen wurden Biologen, Ökologen und Landschaftsplaner beauftragt. Phasenweise waren mehr als 30 Personen mit den Feldarbeiten befasst.
Quelle und mehr Infos: Landeskorrespondenz Salzburg
Zugriff am 20.04.2009