Beim Hochwasserschutzdamm in Eckartsau weidet seit 2 Wochen eine Herde Schafe. Dieser Beweidungsversuch, in Kooperation mit via donau- Österreichische Wasserstraßen- Gesellschaft m.b.H., DHK und der Nationalpark-Forstverwaltung Eckartsau soll zeigen, ob sich Schafe anstelle der handelsüblichen Mähgeräte eignen und in Zukunft für die Pflege der Dammböschungen eingesetzt werden können.
Der Hochwasserschutzdamm liegt am Nordufer der Donau und schirmt das Marchfeld gegen Hochwässer ab. Auf den ersten Blick scheint es so, als diene er lediglich dem Schutz der Bevölkerung, doch wenn man genauer hinsieht, hat er auch eine wichtige Funktion für so manchen Au-Bewohner.
Im Laufe seines Bestehens haben sich auf seinen Hängen und Wiesen wertvolle Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Durch die Fülle an unterschiedlichen Standortverhältnissen darf sich der Nationalpark Donau-Auen über eine enorme Artenvielfalt freuen. Besonders im Sommer herrscht reges Schwirren und Summen unzähliger Insekten. Neckische Libellen werden zum Wegbegleiter und zahlreiche Pflanzen sowie seltene Orchideen strecken neugierig ihre Köpfe der Sonne entgegen.
Grundlage für die Entstehung und Entwicklung der wertvollen Dammvegetation war die extensive Nutzung als Mähwiese. Es wurde nicht gedüngt, und das Mähgut wurde rasch und sorgfältig nach der Mahd abtransportiert. Heute ist dies aus Ressourcengründen leider nicht mehr in diesem Umfang durchführbar. Deshalb wird heuer erstmals ein Beweidungs-Versuch zur Vegetationspflege des Dammes gestartet.
Auf einer Strecke von 4 km übernimmt eine kleine Schafherde mit rund 130 Tieren die Pflege des Marchfeldschutzdammes. Alle paar Tage ziehen Sie ein Stück weiter den Damm entlang und betreiben dadurch ökonomisch vertretbare Vegetationspflege. Eigentümer der Schafe, Herr Otmar Weber aus Loimersdorf, versorgt sie täglich mit frischem Wasser und sieht mehrmals im Laufe des Tages nach dem Rechten. Um ein friedliches Grasen und nächtliches Ruhen zu gewährleisten, sind die Schafe von einem elektrischen Zaun umgeben. Dieser dient einerseits zur Sicherheit der Tiere andererseits auch als Abgrenzung der Beweidungsflächen.
Im Nationalpark Donau-Auen wird Artenschutz primär durch den Erhalt und die Entwicklung der Lebensräume gesichert. Dazu zählt auch die Pflege wertvoller Elemente der Kulturlandschaft.
Infos:
Nationalpark Donau-Auen GmbH
Mariella Schmid
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