Serbiens Naturschätze auf dem Weg ins europäische Natura 2000-Netzwerk

„Gemeinsam mit ExpertInnen vor Ort Lösungen für die Umsetzung der EU-Umweltstandards zu finden, ist der Mittelpunkt bei allen Twinning-Projekten. Jedes davon ist eine Herausforderung, bei der nicht nur Know how, sondern auch Flexibilität, interkulturelle Kompetenz und persönliches Engagement gefordert sind“, betonte Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig beim Kick off zum Twinning-Projekt “Strengthening Administrative Capacities for Protected Areas in Serbia (NATURA 2000)” am 12. April 2010 in Belgrad. Die Eröffnungsrede hielt der serbische Minister für Umwelt und Raumplanung.

Ziel des zweijährigen Projekts ist es, das serbische Umweltministerium bei der Umsetzung der Vorgaben der EU-Naturschutz-Richtlinien zu unterstützen und die wertvollsten Ökosysteme nach der Vogelschutz- und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu schützen und in das Natura 2000-Netzwerk Europas einzugliedern.  

Das Umweltbundesamt führte bereits in Rumänien und Malta ähnliche Projekte durch und hatte zudem eine zentrale Beratungsfunktion in einem EU-Trainingsprogramm zu Natura 2000. Für das Twinning-Projekt in Serbien sind folgende Arbeitspakete geplant:

  • Harmonisierung der serbischen Rechtsvorschriften mit den EU-Naturschutz-Richtlinien (Vogelschutz-und FFH-Richtlinie)
  • Vorbereitung der Ausweisung der Natura 2000-Gebiete
  • Management-Pläne in zwei Pilotregionen
  • Trainingsprogramm für Stakeholder
  • Natura 2000 im öffentlichen Bewusstsein in Serbien zu verankern.

 

Das Twinning-Projekt ist eine Partnerschaft zwischen dem Ministerium für Umwelt und Raumplanung Serbiens und dem Umweltbundesamt sowie der European Public Law Organization aus Griechenland unter Beteiligung von Experten aus sechs EU-Staaten. Das Projekt startete am 1. Januar 2010 und endet am 31. Dezember 2011 und wird mit einem Budget von 1 Mio. Euro von der Europäischen Union (IPA, Instrument for Pre-accession Assistance) finanziert.

Umweltbundesamt – Perspektiven für Umwelt und Gesellschaft

Seit 1999 ist das Umweltbundesamt in 21 Ländern in Ost-, Südosteuropa und in den Mittelmeerstaaten tätig. Lag der Schwerpunkt in der Vergangenheit vor allem auf Aktivitäten in den zwölf neuen EU-Mitgliedstaaten, stehen in den nächsten Jahren Projekte in den Balkanländern und in der Türkei an. 2009 wurden allein drei Projekte in Serbien eingereicht und gewonnen.

Das Umweltbundesamt ist die führende österreichische ExpertInneneinrichtung für alle Umweltthemen und -medien. Die MitarbeiterInnen arbeiten in vier Programmen: Daten & Diagnosen, Stoffe & Analysen, Wirtschaft & Wirkung und Lebensraum & Nutzung. In diesen Arbeitsbereichen entwickeln sie Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft in Österreich und Europa. International ist das Umweltbundesamt als Partner und Berater internationaler Organisationen tätig. Durch Länderpartnerschaften – so genannte Twinnings – unterstützt das Umweltbundesamt die mittel- und südosteuropäischen Behörden in wesentlichen Umweltfragen beim Aufbau der Verwaltung und bei der Umsetzung des EU-Rechts; die finanziellen Mittel dafür kommen von der EU.

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, tel: 0664 611 90 94
Quelle (Zugriff am 13.04.2010)

Letzte Änderung: 13.04.2010