Ursachen des Invasionserfolgs von nicht-heimischen Tier- und Pflanzenarten in Europa

In der angesehenen Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)“ wurde eine Studie veröffentlicht, in der die Ursachen des Invasionserfolgs von nicht-heimischen Tier- und Pflanzenarten in Europa analysiert wurden. An dieser waren neben internationalen ExpertInnen Franz Essl und Wolfgang Rabitsch  vom Umweltbundesamt beteiligt. Die Analyse basiert auf einer aktuellen umfassenden Erhebung neuer Arten im gesamten Kontinent über mehrere taxonomische Gruppen.

Diese Studie zeigt erstmals, dass klimatische und ökologische Faktoren bei der Ausbreitung und für die Anzahl von Neobiota in einem Land nur eine Nebenrolle spielen, während sozio-ökonomische Faktoren wie Bevölkerungsdichte und Wohlstand, - reger Außenhandel, intensive Landnutzung, dichtes Verkehrsnetz u. v. m. -, einer Region weitaus wichtiger sind. Diese Faktoren fördern die Ausbreitung nicht-heimischer Arten.

Daraus lassen sich nun Prioritäten für Maßnahmen bei problematischen Neobiota ableiten, denn die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass der Mensch nicht den natürlichen Umständen ausgeliefert, sondern durch veränderte Verhaltensmuster im Bedarfsfall auch etwas tun kann, um die Einschleppung neuer Neobiota zu verhindern.

Der Inhalt der Publikation wurde von ORF Science Online, der APA und dem Standard aufgegriffen - siehe unter:

Publikation: Role of environmental and human pressures on biological invasions across Europe

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Pyšek P., Jarošík V., Hulme P.E., Kühn I., Wild J., Arianoutsou M., Bacher S., Chiron F., Didžiulis V., Essl F., Genovesi P., Gherardi F., Hejda M., Kark S., Lambdon P.W., Desprez-Loustau A.-M., Nentwig W., Pergl J., Poboljšaj K., Rabitsch W., Roques A., Roy D.B., Solarz W., Vilà M. & Winter M. (2010): Disentangling the role of environmental and human pressures on biological invasions. – Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, doi/10.1073/pnas.1002314107, published online early on 7 June 2010.

 

Info: Christine Schatz, Umweltbundesamt

Letzte Änderung: 30.06.2010