Fische müssen frei wandern können, um für ihren Erhalt wichtige Lebensräume, wie Laichplätze, Fressplätze, Winterungsplätze, Rückzugs- und Schutzplätze erreichen zu können. Die in den
österreichischen Gewässern vorkommenden Fischarten legen dafür oft Strecken teilweise über 100 Kilometer zurück. Fische werden aber oft durch Wanderhindernisse behindert, was zu negativen Auswirkungen auf den Fischbestand bis hin zum Verlust ganzer Populationen führen kann. Querbauwerke bei Wasserkraftwerken oder bei Anlagen zum Hochwasserschutz können solche Wanderhindernisse darstellen. Diese müssen beseitigt werden.
"Die Gewährleistung der Durchgängigkeit der Gewässer für Fische ist eine der zentralen Maßnahmen im Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan 2009. Der von meinem Ressort vorgelegte Entwurf eines Leitfadens zum Bau von Fischaufstiegshilfen soll die Umsetzung dieses Zieles maßgeblich und am letzten Stand des Wissens unterstützen", so Umweltminister Niki Berlakovich.
Um das freie Wandern von Fischen zu ermöglichen, ist der Bau von Fischaufstiegshilfen eine wichtige Maßnahme. In der Vergangenheit wurden in unseren Gewässern bereits zahlreiche Fischaufstiegshilfen errichtet. Die Erfahrung zeigt, dass eine fachgerechte Bauweise Voraussetzung für eine optimale Funktionsfähigkeit der Fischaufstiegshilfen ist. Um das zu unterstützen, hat das Lebensministerium den Entwurf "Leitfaden zum Bau von Fischaufstiegshilfen" herausgebracht. Dieser soll eine wesentliche Unterstützung bei der Planung von Fischaufstiegshilfen darstellen und einen österreichweit einheitlichen Wissensstand gewährleisten. Im Leitfaden wurden Kriterien für die Planung und den Bau von
Fischaufstiegshilfen festgelegt, die bei fachgerechter Umsetzung gewährleisten, dass die Anlage funktionsfähig ist und damit die flussaufwärts gerichtete Fischwanderung wieder hergestellt werden kann. Dabei wurden die Evaluierungsergebnisse bereits bestehender
Fischaufstiegsanlagen wie auch neueste Literatur aus den europäischen Nachbarstaaten und fischökologische Erkenntnisse berücksichtigt.
Die im Leitfaden vorgestellten Bemessungswerte zur Dimensionierung von verschieden Typen von Fischaufstiegshilfen, z.B. in Bezug auf Beckenlängen und -tiefen, Strömungsverhältnisse und dergleichen berücksichtigen unter anderem auch die verschieden Fischgewässertypen
in Österreich. Bei fachgerechter Planung ist bei Einhaltung der angeführten Werte von der Funktionsfähigkeit der Fischaufstiegshilfen auszugehen, wobei darauf geachtet wurde, keine überschießenden Anforderungen zu stellen. Der Leitfaden schließt individuelle Lösungen vergleichbarer Qualität in Abhängigkeit von den lokalen Gegebenheiten nicht aus.
Der Leitfadenentwurf soll nun in den nächsten Wochen intensiv mit Expertinnen und Experten der E-Wirtschaft, Fischereiwirtschaft, den NGOs und der Wissenschaft diskutiert werden und unter Berücksichtigung der eingelangten Stellungnahmen noch dieses Jahr finalisiert werden.
Kontakt
Stefanie Mayer
Assistentin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Büro des Bundesministers
Lebensministerium
Stubenring 1, 1010 Wien