Die Artenvielfalt zu fördern ist das Anliegen des vielfaltleben-Gemeindewettbewerbs 2012. Gesucht ist der für die Artenvielfalt wirkungsvollste Gemeinderatsbeschluss, der am besten hilft, die Arten- und Lebensraumvielfalt in der Gemeinde zu verbessern. Egal ob kleine Gemeinde oder große Stadt, alle haben die gleichen Chancen Sieger zu werden. Insgesamt winken Preisgelder in der Höhe von 10.000,- Euro. Einsendeschluss ist der 15. September 2012.
Gerade Gemeinden können einen großen Beitrag leisten – zu mehr Natur und damit mehr Lebensqualität in Städten und Dörfern: Sie entscheiden, wie Räume gestaltet, Flächen gewidmet, Straßen gebaut werden. Sie können bei der Gestaltung von Schulgebäuden, Friedhöfen, Straßenrändern, Parks und öffentlichen Flächen eine Vorbildfunktion übernehmen, der „Natur vor der Haustür“ Raum geben und sich aktiv für sie einsetzen.
Einreichkriterien
Im Rahmen der Artenschutzkampagne vielfaltleben suchen Lebensministerium und Naturschutzbund nun Gemeinden, die sich aktiv für den Naturschutz einsetzen, um die Artenvielfalt zu fördern. Das soll durch einen wirkungsvollen Beschluss des Gemeinderates nachgewiesen werden. Mitmachen können Österreichische Gemeinden mit Beschlüssen, die nach 2008 gefasst wurden. Die Projekte dürfen noch nicht abgeschlossen sein. Mehr Informationen gibts auf
www.vielfaltleben.at, hier finden Sie auch das online-Einreichformular.
Der vielfaltleben gemeinde champion 2012 wird am 9. November durch Umweltminister Niki Berlakovich, Sepp Forcher, den Schirmherrn der vielfaltleben-Gemeindeaktion, sowie Naturschutzbund-Präsident Roman Türk im Rahmen einer Gemeindetagung gekürt. Die Preisgelder in der Höhe von 10.000,- Euro werden von Kommunalkredit zur Verfügung gestellt.
So sehen Sieger aus!
Der vielfaltleben-Gemeindewettbewerb findet heuer bereits zum zweiten Mal statt. 2010 ging der Sieg an die Gemeinde Bürmoos in Salzburg für ihr umfassendes Moorengagement.
vielfaltleben-Champion 2010: Bürmoos
Torferneuerungsprojekt mit 43.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden im Moor
Um den letzten Rest des einst 420 ha großen Hochmoores von Bürmoos zu erhalten, leisten seit 1985 engagierte Bürger/innen pro Jahr etwa 3.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden für ihr Moor – in Summe 43.240 dokumentierte
Stunden! Unter der Patronanz der Gemeinde wurde der „Torferneuerungsverein Bürmoos“ gegründet, dem heute 564 Mitglieder, vom Schüler bis zum Pensionisten, angehören.
Die Gemeinde Bürmoos nördlich der Landeshauptstadt Salzburg liegt an der Grenze zu Oberösterreich und Bayern. Der Ort wurde 1860 als Industrieansiedlung zur Gewinnung von Torfprodukten, Tafelglas und Ziegel mitten im Moor gegründet. Von Torfstechern wurden jährlich bis zu 100.000 m³ Torf abgebaut, später im Frästorfverfahren weite Teile des „Bürmooses“ restlos zerstört. Im Jahr 1985 fanden sich etwa 40 Aktivisten, die den trostlosen Anblick, den die Abbauflächen boten, nicht mehr ertragen konnten. Sie kämpften gegen Bodenerosion, Staubverfrachtung, Tier- und Pflanzensterben und führten die abgetorften Flächen wieder in einen naturnahen Zustand zurück. Die Gemeinde Bürmoos gab ein Renaturierungskonzept in Auftrag und forcierte die Wiedervernässung des Gebietes. Erst im Jahr 2000 wurde der Torfabbau zur Gänze eingestellt.
Die Natur hat den „Lebensraum aus zweiter Hand“ nun wieder zurück erobert. Die geschaffenen Flächen zeigen eine beachtliche Artenvielfalt: 100 verschiedene Vogelarten, bedeutsame Amphibienlebensräume und 26 gefährdete Pflanzenarten konnten bereits nachgewiesen werden.
Die gesamte Gemeinde ist stolz auf diese Gemeinschaftsleistung. Der „Torfkurier“ informiert die Bevölkerung regelmäßig über die Fortschritte und auch Besuchern von außerhalb wird mit Schautafeln und Lehrpfaden die Bedeutung des wieder gewonnenen Moores verdeutlicht. Eine Leistung, die seit mittlerweile mehr als 25 Jahren kontinuierlich erbracht wird und die von der Jury mit dem Titel „vielfaltleben-Champion 2010“ ausgezeichnet wurde!
Kontakt
DI Stefanie Glantschnig, Naturschutzbund Österreich,
Tel. 0662 / 64 29 09-16