Kleinste und größte Eulenart Mitteleuropas im Nationalpark Gesäuse heimisch

Die kleinste Eule in unseren Breiten ist der Sperlingskauz mit einer Größe von nur 18 cm. Er benötigt höhlenreiche, dichtwüchsige Altholzbestände genauso wie Lichtungen, Bestandesränder, Lawinenrinnen und Almen für den Nahrungserwerb.

Der Raufußkauz wird mit 24-26 cm mittelgroß und ist vor allem an das Vorkommen von Bruthöhlen gebunden, die er sich vom Schwarzspecht anlegen lässt.

Der Waldkauz ist in ganz Europa weit verbreitet, wird an die 42 cm groß und ist noch stärker als seine kleineren Verwandten an große Baumhöhlen angewiesen, die er nur in altholzreichen Wäldern findet.

Im Zuge einer neuen Untersuchung konnten 7 Raufußkauz-, 12 Sperlingskauz- und 14 Waldkauz-Reviere im Nationalpark Gesäuse nachgewiesen werden. Dabei wurden vor allem die typischen Revierrufe der einzelnen Käuze in den Abend- und Nachtstunden aufgenommen und für das gesamte Gebiet ausgewertet.

Schon länger bekannt ist ein Vorkommen des Uhus. Die mit über 60 cm größte Eule Europas  wurde am Gesäuseeingang entdeckt und brütet hier wohl in den steilen Felsen.

Ein Neuankömmling im Nationalpark Gesäuse ist der Habichtskauz - mit bis zu 58 cm die größte Eule unserer Wälder. Er wird durch ein österreichweites Wiederansiedelungsprojekt gefördert und besenderte Tiere konnten zuletzt 2011 im Nationalparkgebiet gefunden werden.

Für viele Eulenvögel ist das Brutplatzangebot ein stark limitierender Faktor, da sie selbst keine Bruthöhlen bauen, sondern sind auf Spechthöhlen oder andere geschützte Nistmöglichkeiten in alten Bäumen angewiesen sind. So ist es wesentlich, dass Altholzbestände im Nationalpark Gesäuse erhalten bleiben und den Eulen, anderen Vögeln sowie einer Vielzahl weiterer Arten einen Lebensraum bieten.

 

Kontakt:  Mag. Daniel Kreiner, Fachbereichsleiter für Naturraum,

 

Letzte Änderung: 11.09.2012