Positiver Einfluss des Biolandbaus auf die Artenvielfalt
Bereits bei der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro wurde der Schutz der biologischen Vielfalt in der „Convention on Biodiversity“ festgelegt. Österreich ist 1995 beigetreten. Damit hat sich Österreich zu den Zielen der Konvention, wie z. B. der Erhaltung der biologischen Vielfalt und ihrer nachhaltigen Nutzung verpflichtet.
Gesellschaftlichen Ursachen
Die gesellschaftlichen Ursachen für die Gefährdung der Biodiversität sind äußerst vielfältig und heterogen. Eine davon ist die Veränderung des Lebensraums, also der Veränderung von Biotopen und Landschaften, Das trifft auch für Österreich zu. Versiegelung von offenen Flächen durch Industrie, Siedlungen und Verkehr, Ausdehnung von land- und forstwirtschaftlichen Monokulturen, Trockenlegung von Feuchtgebieten, Schadstoffemissionen, Anwendung von Pestiziden – die Liste der Eingriffe durch den Menschen ist lang.
Biolandbau fördert die Artenvielfalt
Die Landwirtschaft trägt einen großen Teil zu diesen Veränderungen bei. Einzig der Biolandbau bietet einen Lösungsansatz für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Erhaltung der Artenvielfalt. Die Biobäuerinnen und Biobauern sind sich ihres Einflusses und ihrer Verantwortung für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität bewusst. Schon ohne zusätzliche Naturschutz-maßnahmen ist der Biolandbau die natur- und klimaverträglichste Form der Landbewirtschaftung. Dennoch gibt es auch hier Potenzial zur Verbesserung. Um sinnvolle und für den jeweiligen Biobetrieb passende Maßnahmen umzusetzen, bietet BIO AUSTRIA OÖ seinen Mitgliedsbetrieben eine gezielte Naturschutzberatung. Für ein optimales Ergebnis für Natur und Umwelt wird eng mit der Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich zusammengearbeitet.
Biotope schaffen mit heimischen Wildgehölzen
Ziel der Beratung ist es, eine Vielzahl an neuen Biotopen zu schaffen und diese zu einem Verbundsystem zu vernetzen. Das funktioniert besonders gut mit der Anlage von Heckenzügen, vor allem in intensiv genutzten, ausgeräumten Landstrichen. Damit die Hecken tatsächlich wertvolle und beständige Lebensräume bilden, ist die Verwendung von heimischen, autochthonen Wildsträuchern und Wildstauden unabdingbar. Bislang waren keine biologisch zertifizierten Wildgehölze mit Herkunftsgarantie auf dem Markt erhältlich. Das wird jetzt anders: Am 13. Oktober 2012 eröffnet Familie Rumplmayr in Sipbachzell die bisher einzige Biobaumschule für heimische Wildgehölze und Wildstauden.
Herkunftsnachweis: Garantiert aus der Natur
Betriebsleiter Christian Rumplmayr zeichnet sich durch sein großes Engagement für die Natur und die Erhaltung der heimischen Artenvielfalt aus. Das Saatgut wird in Handarbeit von natürlich vorkommenden Hecken geerntet und im Institut Hartheim (einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung) gereinigt und aufbereitet. Nach dem Aussäen dauert es zwei bis drei Jahre mit guter Pflege, bis die Jungpflanzen groß genug für den Verkauf sind. Dieser durchgängige Produktionsablauf – von der Ernte über Aufzucht und Verkauf - ist bisher einzigartig in Oberösterreich, noch dazu mit Biogarantie und Herkunftsnachweis.
Kontakt
Waltraud Müller
Naturschutzberatung
BIO AUSTRIA - OÖ
Auf der Gugl 34021 Linz