Unesco nimmt Lungau und Nockberge als Biosphärenreservate auf

Die Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (Unesco) hat den Salzburger Lungau und die Region Nockberge in Kärnten als neue Biosphärenreservate anerkannt. Insgesamt wurden 20 neue Regionen aus Europa, Afrika, Amerika und Asien in die Liste der Unesco aufgenommen. Das gab der Internationale Koordinierungsrat des Unesco-Programms "Der Mensch und die Biosphäre" am 11. Juli 2012 in Paris bekannt.

Erst im Dezember des vergangenen Jahres wurde die Förderung über die Unterstützung des Regionalverbandes Lungau für den Aufbau des Biosphärenparks Lungau und für das Biosphärenpark-Management vereinbart. Unterzeichnet wurde die Förderungsvereinbarung von Tourismusreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer und Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl für das Land Salzburg sowie von Obmann Bürgermeister Wolfgang Eder (Mauterndorf) für den Regionalverband Lungau als Förderungsempfänger. Die Trägerschaft für den Biosphärenpark Lungau bildet der Regionalverband, dem alle 15 Gemeinden des Lungaus angehören.

Unter den neu aufgenommenen Gebieten befinden sich beliebte Urlaubsziele wie die spanische Kanaren-Insel La Gomera oder das Flussbett der Dordogne im Südwesten Frankreichs. Das Netwerk der Biosphärenreservate umfasst jetzt 599 Gebiete in 117 Ländern. Weitere Informationen sind unter  www.biosphaerenpark.eu und auf der  Website der Österreichischen Unesco-Kommission verfügbar.

Haslauer: Wichtiger Impuls für die Entwicklung im Lungau

"Das angestrebte Unesco-Prädikat 'Biosphärenpark – Modellregion für nachhaltige Entwicklung' stellt einen wichtigen Impuls für die weitere Entwicklung des Lungaus dar", betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer. "Es umfasst nicht nur den Naturschutz, sondern auch die umweltverträgliche und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region." Dass der Biosphärenpark in diesem Zusammenhang auch eine wichtige touristische Komponente beinhaltet, steht für Haslauer außer Zweifel.

Eisl: Naturschönheiten des Lungaus werden sichtbar gemacht

"Der Lungau, seine Naturschönheiten und die einzigartige Landschaft werden durch den Biosphärenpark sichtbar gemacht", betonte auch Landesrat Eisl. "Durch die Arbeit vieler Generationen ist die Biosphäre Lungau schon heute einzigartig. Es ist wichtig, dass diese Arbeit unterstützt und gefördert wird. Der Biosphärenpark wird für Einheimische und Gäste zukünftig noch stärker den hochwertigen Lebensraum spürbar machen. Landschaft, Natur, Tourismus, Arbeitswelt und die Ansprüche der Menschen gehen hier Hand in Hand. Es zahlt sich aus, dass alle an einem Strang ziehen", so Eisl.

Schon 2010 wurde die Initiative Biosphärenpark mit dem Kulturlandschaftspreis 2010 ausgezeichnet. Österreichweit wurden dabei die besten Projekte zum Thema "Kulturlandschaft und biologische Vielfalt", die zu einer positiven Entwicklung des ländlichen Raums beitragen, gesucht. Die Initiative "Biosphärenpark Lungau" siegte in der Kategorie "Kulturlandschaft & Visionen 2020".

Kräftige finanzielle Unterstützung durch das Land

Als Startfinanzierung für konkrete Umsetzungsprojekte werden bis zu 100.000 Euro pro Jahr für die Jahre 2012 bis 2014 zur Verfügung gestellt, wobei zwei Drittel der Förderung aus den Ressorts von Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer und ein Drittel aus den Ressorts von Landesrat Eisl beigesteuert werden. Aus dem Ressort von Landesrat Eisl kommt für denselben Zeitraum zusätzlich eine Leader-Förderung von insgesamt bis zu 223.500 Euro für Personal-, Planungs- und Konzeptionskosten, Öffentlichkeitsarbeit sowie Aus- und Weiterbildung.

Große Zustimmung für Biosphärenpark

Das Projekt Biosphärenpark wird vom gesamten Lungau mitgetragen. "Alle Lungauer Gemeinden und Tourismusverbände bekennen sich zu dem Projekt Biosphärenpark", sagte Mauterndorfs Bürgermeister Wolfgang Eder, der als Obmann dem Regionalverband Lungau vorsteht und gemeinsam mit Geschäftsführer Mag. Josef Fanninger einen maßgeblichen Motor des Biosphärenparkprojekts im Lungau darstellt.

Um die Einzigartigkeit des Lungaus zu erhalten und zu vermitteln, hat der Regionalverband Lungau das Projekt Biosphärenpark Lungau wieder aufgegriffen. Die Idee hat schon Geschichte und geht auf die private Initiative einiger engagierter Lungauerinnen und Lungauer zurück.

Vorteile für die gesamte Region

Das Unesco-Prädikat hat viele Vorteile. Neben der Bewusstseinsbildung für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Region geht es um ein Qualitätsprädikat für den Tourismus. So werden neben dieser wichtigen Auszeichnung Netzwerke und Kooperationen entstehen, um den ansässigen Betrieben ein Gütesiegel für Regionalität und Qualität zu bieten.

Im globalen Tourismus-Wettbewerb wird es für kleinere Regionen immer schwieriger, das Interesse potenzieller Urlaubsgäste auf die eigenen Angebote zu lenken. Als starke Motoren können hier internationale Auszeichnungen und Prädikate wie der Unesco-Biosphärenpark dienen. Eine mit diesem Prädikat ausgezeichnete Region darf den Beinamen "Modellregion für nachhaltige Entwicklung" führen.

Biosphäre als umfassendes Qualitätssigel

Biosphäre heißt Lebensraum und bedeutet einen wertvollen Bereich für Mensch und Umwelt sowie für Wirtschaft und Tradition. Um als potenzieller Biosphärenpark anerkannt zu werden, müssen gewisse Kriterien wie die Festlegung von Naturschutzgebieten erfüllt werden. So muss ein Biosphärenpark zu mindestens fünf Prozent aus Kernzone (Naturschutzgebiet) und zu mindestens 20 Prozent aus Pflegezone (Landschaftsschutzgebiet) bestehen. Der Rest ist die Entwicklungszone, in der sich die Wirtschaft dynamisch weiterentwickeln soll. Im Lungau liegen zum Beispiel 100 Prozent der Skigebiete in dieser Entwicklungszone, damit hier die Weiterentwicklung in diesem für den Lungau wichtigen Bereich aktiv betrieben werden kann.

Zur Philosophie eines Biosphärenparks gehören folgende Merkmale: die Erhaltung von Landschaft, schützenswerter Lebensräume, Kulturlandschaft, Land- und Forstwirtschaft, kultureller Vielfalt und Brauchtum, die Entwicklung der Regionen unter besonderer Berücksichtigung der natürlichen Ressourcen und Einbeziehung der Bevölkerung, von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, des Tourismus und der ansässigen Betriebe wie Handwerk, Gewerbe, Dienstleistung, die Partizipation, gemeinsames Gestalten und Sensibilisierung für laufende Entwicklung der Bevölkerung sowie Koordination und Kooperation der touristischen, wirtschaftlichen, bildungs- und forschungsrelevanten Aktivitäten und Projekte.

Quelle:  http://service.salzburg.gv.at/lkorrj/Index?cmd=detail_ind&nachrid=49390 (Zugriff am 24.08.2012)

Letzte Änderung: 24.08.2012