Winterschlaf in Sicht – jetzt heißt‘s noch fest futtern!

Der Herbst schenkt uns derzeit milde, sonnige Tage. Doch bei den Wildtieren der Donau-Auen stehen die Zeichen bereits auf Winter. Sie wählen unterschiedliche Strategien, um der kalten, kargen Jahreszeit zu entgegnen. Zweifellos am Gemütlichsten: Den Winter einfach verschlafen…

Die Ziesel auf der Schlossinsel, dem Auerlebnisgelände des schlossORTH Nationalpark-Zentrums, machen es vor: Sie schlagen sich dieser Tage noch fest den Bauch voll, um genügend Fettreserven für die langen Wintermonate anzusammeln. Bald jedoch werden sie sich in ihre Erdbauten zurückziehen und in Winterschlaf verfallen. Die Körpertemperatur sinkt ab und die Vitalfunktionen sind vermindert. Erst die Wärme des Frühlings kitzelt die Nager dann wieder hervor. Neben den Zieseln wählen auch Fledermäuse, Igel und Siebenschläfer diese Strategie.

Neben dem echten Winterschlaf gibt es auch Tiere, die Winterruhe halten – also längere Ruheperioden mit kurzen aktiven Phasen. Eichhörnchen und Mäuse etwa werden zwischendurch munter, um sich mit Vorräten zu stärken die sie im Herbst angelegt haben. Wechselwarme Tiere wie Reptilien und Amphibien verfallen hingegen im Winter in Kältestarre, die Einlagerung von Glukose in die Körperflüssigkeiten verhindert deren Einfrieren. Die Europäischen Sumpfschildkröten im Nationalpark Donau-Auen werden daher ebenfalls demnächst die Gewässerböden aufsuchen, um zu überwintern.

Letztlich kann man der Kälte auch schlichtweg entfliehen: Unsere Zugvögel, darunter Weißstorch, Singdrossel, Pirol oder Flussregenpfeifer, begeben sich rechtzeitig vor Anbruch der kalten Jahreszeit in wärmere Gefilde, wo sie günstigere Bedingungen vorfinden. Doch die Reise ist oftmals mit enormen Anstrengungen und Gefahren verbunden. Nicht alle kehren daher im Frühjahr wieder zurück.

Und manche Wildtiere bleiben schlichtweg auch im Winter aktiv – darunter Säugetiere wie Reh, Hirsch, Wildschwein und Biber oder diverse Wasservögel. Ein dichtes Fell bzw. wasserdichtes Gefieder und Geschick bei der Futtersuche helfen ihnen, die unwirtlichen Monate zu überdauern.

Wer also nun bei einem Herbstspaziergang mit offenen Augen durch die Natur geht, wird viele Anzeichen dafür finden, wie sich die Tierwelt den Jahreszeiten stellt!

 

Kontakt

Nationalpark Donau-Auen GmbH
Mag. Erika Dorn, Pressebetreuung
Tel.: 02212/ 3450-16, mobil: 0676/ 84223526, e.dorn@donauauen.at
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Letzte Änderung: 04.10.2012