Der 36-jährige Autor Chris Michalski gewinnt jenes Literaturstipendium, das vom österreichischen Magazin „WALD. Das Magazin für draußen“ und den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) heuer zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde.
Das Stipendium ermöglicht einem Schriftsteller – ganz im Sinne des Magazins „für draußen“ – sich gleichzeitig intensiv mit der Natur sowie seinen literarischen Projekten zu beschäftigen. Der zweite “Waldstipendiat” arbeitet und schreibt zwei Monate lang, von Anfang September bis Ende Oktober, auf einer Hütte am Gosaukamm im Dachsteingebirge.
Mehr als 100 Einsender aus dem gesamten deutschsprachigen Raum bewarben sich um den mit 1.500 Euro dotierten Preis. Die besten zwölf Einsendungen schafften es auf die Shortlist, der Sieger wurde schließlich von einer Fachjury ausgewählt. Die Entscheidung fällten in diesem Jahr die Schriftsteller Michael Stavaric und Thomas Sautner sowie WALD-Redakteurin Martina Bachler.
„Die Idee eines lyrischen Lexikons gefiel uns sehr, das Projekt passt sehr gut ‚in den Wald‘. Dass die Auswahl der Begriffe keinerlei Systematik unterliegt, ließ die Jury etwas ratlos zurück, an der sprachlichen Qualität vieler Lexikoneinträge bestand allerdings kein Zweifel. Die Jury möchte den Autor sehr ermuntern weiterzumachen”, begründete die Jury ihre Wahl. „Der Wald bietet, inspiriert von der Stille, Ruhe, Einsamkeit und dem intensivem Naturerleben, ein einzigartiges Rückzugsgebiet, das kreatives Schaffen ermöglicht“, freut sich Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste über den neuen Waldschreiber und fügt hinzu: „Der Wald steckt voller Geschichten.“ Erste Textproben des lyrischen Lexikons von Chris Michalski erscheinen am 21. September in der Herbstausgabe des WALD-Magazins. Alle entstehenden Gedichte sind außerdem unter
www.waldmagazin.at zu lesen.
Chris Michalski wuchs im US-Bundesstaat New York auf. Er studierte unter anderem in Montreal und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Heute lebt und arbeitet Michalski als Autor, Lektor und Übersetzer in Leipzig. Mit Michalski geht das Stipendium in diesem Jahr an einen Lyriker. Chris Michalski publiziert seine Texte teilweise unter Pseudonym: Als Stanislaw Borokowski schrieb er beispielsweise „Postkarten an Gorbatschow“.
Das Waldschreiber-Stipendium wurde im Internationalen Jahr des Waldes 2011 erstmals ins Leben gerufen und findet heuer seine Fortsetzung. Erster Waldschreiber war der aus Oberösterreich stammende Autor Erich Wimmer, er schrieb und arbeitete auf einer ÖBf-Hütte bei Neukirchen am Großvenediger in Salzburg.
WALD ist bei Morawa, im gut sortierten Zeitschriftenhandel und via Abo (sechs Ausgaben für 25 Euro) erhältlich und erscheint vier Mal im Jahr.
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